Mondnachtzauber

Sanfter Hauch
aus Glanz und Glück –
silbern-stiller
Sternenregen

Mondnachtzauber
Sehnsuchtssegen
Wonnennebel
silbern-stiller
Sternenregen

blütensanft und
sehnsuchtsschwer…
ertrinkt das Leid
im Sternenmeer

Du und ich
im Sehnsuchtsnebel –
Mondnachtzauber….
Sternenregen

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Veröffentlicht unter Literatur, Lyrik, Seelisches | 9 Kommentare

Mondblütenlächeln

Blühende
schöne Nacht
singender Atem
dir liebend
hingeneigt
so sanft

silbern
wie still
der See
gleiten die
Küsse über dein
Mondblütenlächeln

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Was ist das wirkliche Leben?

Vier freie Tage. Das Hamsterrad steht still – für einen Augenblick.
Seit Februar führe ich ein völlig anderes Leben. Neue Arbeit. Umzug. Großstadt. Organisation. Entscheidungen. Verantwortung. Stress. Das Leben, ein Schreiten von Aktion zu Aktion. Ein Sich Verbrauchen und Verbrennen im Augenblick. Bin gefordert. Druck. Leistung. Ich versuche mein bestes.
Das alte Leben in Bozen. Nur mehr Erinnerung. Eine Arbeit, schlecht bezahlt, aber, die sich meinen Bedürfnissen anpasste. Ohne Stress. Aber auch ohne Zukunft. Ein totes Pferd, das ich so lange geritten bin, wie es nur irgend ging.
Nun ist die Arbeit gut bezahlt. Und ich muss eine teurere Wohnung unterhalten. Ich folge den Forderungen. Will mich einfinden. Mich anpassen. Teil werden. Dazugehören. Mich nicht als Fremdkörper empfinden. Kein Platz für Depression. Für Schlafstörungen. Für moderate, melancholische Schuebe. Für Sich-Infragestellen. Erfüllen der Funktion ist oberstes Gebot. Aufgehen in Funktion. Vollkommene Verschmelzung mit der Alltagsvariante meiner Selbst. Auf die ich gerne amüsiert herunterblicke, weil sie doch nur notwendiger Schein ist. Nicht mein Eigentliches. Die tieferliegenden, intellektuellen und entwicklungspsychologisch relevanten Aspekte meiner Persönlichkeit liegen brach. Ich bin ein anderer. Einer derjenigen, der ich nie sein wollte.

„Das wahre Leben findet statt, wenn wir allein sind, denken, fühlen, verloren in Erinnerungen, traeumerisch unserer selbst bewusst, in submikroskopischen Momenten“, schreibt Don De Lillo in einem seiner Romane.
Raum für Kontemplation. Hineinhoeren. Produktive Langeweile. Spüren, dass man Seele ist. Nacht, mein stiller Gefährte, ich vermisse dich. Geborgen. Umschlungen von Sein. Von Existenz berauscht.
Was ich wohl fühlen würde, wenn ich fühlen würde?

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Nacht dich zu missen

Nacht –
dich zu
missen

so viele
Sterne
wie Tränen
schwer

wandelnd
am Rand
purpurner
Heiterkeit

trauerschöne
Nacht

im Dunkel
blutet dein
Schweigen

noch
einmal
an deinen
Wurzeln
atme ich
still den
Mond

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Prosaische Lockung

Prosaisch
vernünftige
Lockung

apollinische Höhe –
zentriert
berechtigt

Raum
bürgerlicher
Lebenssicherung

Zähmst du
das chaotisch
Rauschhafte?

Ist Geist nur
den Entwurzelten
Heimat?

Lächelnd
zu funktionieren,
wenn die Sonne
sinkt

Wie rette
ich mein
Träumen
durch die
Dürre der
Existenz?

Daenerys
reitet auf
Drachen

ich nehme
die U-Bahn …

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Neue Wege

Wenn das Leben eine neue Richtung einschlägt… jahrelang schwankend zwischen Angst und Hoffnung… jahrelanger Stillstand aus Ermangelung an Alternativen… nun endlich ist sie da, die Phase, in der das Leben sich ändert… neue Arbeit, Umzug, neue (alte) Stadt… und die letzten 20 Jahre werden sich bald in Erinnerung verklären und zur „guten alten Zeit“ mutieren…
Die letzte Woche war sehr intensiv: Kündigungsschreiben für Wohnung, Internet, Arbeit, dazu die Suche nach einer (halbwegs bezahlbaren) Wohnung, leider erfolglos… ich sammle Informationen bezüglich Bank, Krankenkasse, Smartphone/Internet… in der Hoffnung, dass sich eine Entscheidung von ganz alleine ergibt… so vieles neu… so viel zu erledigen, dass ich gar nicht dazu komme, mir Gedanken darüber zu machen, was dies neue Leben mir bringen wird… was das Schicksal diesmal vorhat… dieses Schicksal, das ich immer misstrauisch beäuge, weil es mich in der Dämmerung hält… mich immer den Abgrund spüren lässt zwischen Hier und Dort, Jetzt und Zukunft… es mich in der Enge hält, wo ich mich nach Weite sehne… weil es mich in der Spannung des Sehnens hält…

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Der Traum vom Einklang

Das Land des Wahns ist auf dieser Welt das einzige, das bewohnt zu werden lohnt; so nichtig ist das Menschenwesen, dass nur das schön ist, was nicht ist.“ (Aus: Jean-Jacques Rousseau: Nouvelle Heloise)

Noch immer in Raum und Zeit… vielleicht die einzige Möglichkeit nicht von Raum verschluckt zu werden, ist selbst Raum zu werden… eins zu sein… selber Raumklang zu werden… in Synchronizität mit der ganzen, wirren, kaputten Welt und dem gezüchteten Frohsinn einer zum Untergang verdammten Konsumidiotie… so müde die Oberflächenphänomene zu beäugen…
Ich asphaltiere mein Leben mit unnützer Tätigkeit… immer im Bewusstsein, dass ich nicht wirken kann und will in dieser Welt… mit dem großen Graben zwischen Ich und Du… den Begriffsnebeln ohne Substanz… Klingen: mit der Welt in Resonanz kommen… in Balance leben… langfristig habe ich das wahrscheinlich das letzte Mal in der Kindheit erlebt… irgendwann hieß es aber: nicht mehr das Eigene tun, um würdevoll überleben zu können… Anpassung ist immer auch der Tod der eigenen Götter… ich tausche meine Götter gegen die Möglichkeit auf zugewiesenem Raum würdevoll und unbelästigt leben zu können… ich will nicht seelenlos und stumpfsinniger Tätigkeit frönen müssen, um berechtigt zu sein… Nischen suchen, Nischen wieder verlassen müssen, neue Nischen suchen…

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