Sommerasche

Sommerasche
regnet in
meine Seele

so müde
Trostdunkel
zu suchen,
Traumnebel
zu bilden

abgenutzte
Welt –
entheiligt

Gewissheit
des Falls –
abgrundtief …

mein Klagen
weint am
Moos der
Sterne

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Wanderung

„Das Leben rührt beständig zu wunderlich und machtvoll an mich. Und wenn der Tag so sonnendurchwirkt blaut – wenn die weite Waldung wie ein Dom die lichtzitternde Bläue trinkt und trinkt und kein Ende hat – wenn die Berge hereinsehen über das Wiegen der schimmernden Baumkronen, klar und verwegen in Umrissen aufragend, mit verschneiten Gipfelfeldern da und dort, die blenden blinken – dann ist es als braucht ich keinen Gott […] – Dann ist die Verinnerlichung schon eingekehrt in mich und macht eine Landschaft aus mir, die weit und lichtverwirkt wie der Spätsommertag der Unendlichkeit entgegenblaut. – Dann bewohnt mich wie ein Haus etwas, das strahlend und rätselvoll ist wie ein Gott.“ (Aus: Carl Dallago: Das Buch der Unsicherheiten)

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Schwermut

„‘… Nein, deine Schwermut, deine Müdigkeit – wenn es überhaupt das ist, was ich glaube – sind eher ein Anzeichen von Kraft … Die Spürfähigkeiten eines lebhaften, regen Verstandes, drängen manchmal über die Grenzen des Lebens hinaus, finden natürlich keine Antworten, und also entsteht Schwermut der Seele, die nach dem Geheimnis des Lebens forscht … Vielleicht handelt es sich bei dir um dasselbe … Wenn es sich so verhält, sind es keine Dummheiten.‘“

(Aus: Iwan Alexandrowitsch Gontscharow: Oblomow)

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Sommernacht

Noch immer
kleben wie
dampfender Rost
ausgespuckt und
teilnahmslos
die Feuerfäden
über der
Stadt

Versprechen
des Sommers:
Verwandlung
der Furcht
Auflösung in
Dasein –

Schlaflos
wandelt
die Trauer
schweigend
durch den
Mond

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Nachtschatten

In Stille
weint die
Sehnsucht …
mondblütengleich

singen die
Nachtschatten
Lieder
goldener
Tage

und süß
wachsen
die Träume
einsam neuen
Sternen entgegen

bei dir
zu sein –
zu ruhen
im Schlaf
der Schönheit

an endlosem
Kuss

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Anna ist ewig

„Die Jahre kamen und gingen,
aus meinen Erinnerungen bist du verschwunden, langsam.
dein Gesicht und deine Farben sind verblasst in meinem Herzen.
deine Schulterkonturen wurden unscharf,
deine Stimme ist mir entfallen und ich bin dir nicht gefolgt
in den tiefen Wald des Lebens.

Heute spreche ich deinen Namen ohne Regung aus,
Heute zittere ich nicht mehr unter deinem Blick,
Heute weiß ich, dass du nur eine warst von vielen.
Oh Jugend, närrische Zeiten! Aber dennoch!
Glaube nicht, mein Herz, es war doch nicht alles umsonst,
glaube nicht, dass alles schon vorbei ist, glaube es nicht!

Du lebst noch in all meinen schief gebundenen Krawatten
und in all meinen unrecht ausgesprochenen Worten,
Du lebst in all meinen flüchtigen Begrüßungen
und in all meinen zerrissenen Briefen
und in meinem ganzen fehlgeschlagenen Leben.
Du lebst und herrscht in mir, bis in alle Ewigkeit,
Amen.“

(Gyula Juhász: Anna ist ewig)

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Umflort von Nacht

Umflort
von Nacht
leb‘ ich die
Tage

zu tun,
zu leisten,
Tagwerk

Sicherheit
suchend,
Freiheit
begrabend

mondgrau
das Herz,
lichtsuchend
im Tal der
Schatten

zwischen
Trauer und
Überwindung

schwindet
die Sehnsucht
im Feuer des
Lebens zu
Asche

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