Intensität

O, dieses unheilvolle Bedürfnis nach Intensität und geglücktem Leben… stattdessen diese Tage monotonen Ablaufs voll Unbehagen und Einsamkeit, ausfransend in ein Nichts… dieser Kontrast: der Anspruch an mich innerlich zu leuchten und ergriffen zu sein von Licht und Leben… mein Selbstbild kollidiert mit Realität und hinterlässt Spuren emotionaler Verwüstung… Angst davor diese Glücksquelle für immer zu verlieren… wenn Intensität sich nicht einstellt, stattdessen müde, motivationsresistente, emotionsbefreite Tage ohne Bewegtheit… nur seelischer Schmerz, die Trauer um das Ungelebte…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Seelisches abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Intensität

  1. Ariana schreibt:

    Deine Worte gehen immer wieder tief und berühren…..

    Gefällt 2 Personen

  2. Erstaunlich, dass du diesen Kurzprosastil wählst, um eine Konkretion dessen zu liefern, was man als Gemütsleere bezeichnen könnte. Ich habe in meinem „Stundenbuch“ ähnliche Annäherungen bemüht und begrüße es daher ausgesprochen, eine „verwandte“ Stimme im großen Kreis der Dichtungen zu erblicken.

    Dem Text selbst ist eine beachtliche Klarheit zu eigen. Besonders die epistemische Tragweite ist meiner Ansicht nach herauszuheben. „Die Trauer um das Ungelebte“ strukturiert das melancholische Lebensgefühl, das hierin evoziert wird. Dieses mag gleichsam der Grund für das Arbeiten an Literatur sein; es wird eine Auseinandersetzung mit den Aporien und Polaritäten des Lebens angestrebt. – Es hat mich außerordentlich gefreut, diesen Text lesen zu dürfen.

    Liebe Grüße
    Ángel

    Gefällt 1 Person

    • purpurtraum schreibt:

      Danke dir, Ángel, für deine Eindrücke zu diesem Text.
      Diese Art von Kurzprosa ist manchmal die einzige Art überhaupt noch zu schreiben. Vor allem bei Müdigkeit oder Erschöpfung. Ist also nicht nur Stilmittel, sondern das, was noch möglich ist an Sprachkompetenz.
      In der Tat passt die Form mit dem Inhalt meist gut zusammen. Der Eindruck von Schreibmüdigkeit, ja auch ein mühsames Sich-Abringen von Worten, kann so gut transportiert werden. Es ist angenehm so zu schreiben, weil das Analytische nicht so dominant sein muss und das Assoziative Berechtigung erfährt. Lieben Gruß!

      Gefällt 2 Personen

    • Deine Ansichten teile ich voll und ganz, liebe Purpurtraum. Ich hielt mich nur mit einer Gleichsetzung von fiktionalem Ich und Autorinnenich zurück, weil derlei Engführungen natürlich nur für „Eingeweihte“zu tätigen sind.

      Ich wünsche dir Kraft während dieser Zeit der Müdigkeit, ist sie doch leider eine Konstante im Leben der meisten Schreibenden. Deine Sprache, dies möchte gleichsam konstatiert werden, trotz dieser Situation auf beachtliche Weise.

      Beste Grüße
      Ángel

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s