Und ihre Wangen …

„Und ihre Wangen! Das stille Sehnen und Zagen scheint Feste darauf zu feiern. Unverstandene Zartheit und Zärtlichkeit weint darauf auf und nieder. Zuweilen erscheint auf dem schimmernden Schnee dieser Wangen ein leises bittendes Rot, ein rötliches, schüchternes Leben, eine Sonne, doch nein, nur der schwache Abglanz einer solchen. Dann ist es, als lächelten plötzlich die Wangen, oder als fieberten sie ein wenig. Wenn man Fräulein Benjamentas Wangen ansieht, vergeht einem die Lust, weiterzuleben, denn dann hat man das Gefühl, als müsse das Leben ein Höllengewimmel voller schnöder Roheiten sein.“

(Aus: Robert Walser: Jakob von Gunten)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Literatur abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s