Wenn es still wird

Die Tage vergehen gleichmäßig. Zwar ist die Welt grau und kalt, und ich bin übermüdet und erschöpft. Aber es ist gut beschäftigt zu sein.

Erst wenn es still wird kann der Schmerz Nahrung finden im Denken. In den Gedanken, die dann unweigerlich an die Oberfläche drängen, weil nichts Ablenkendes sie mehr zurückdrängen kann. So überschreiten sie die Schwelle und ich bin ihnen ausgeliefert. Das Einschlafen ist mir ein Feind geworden. War es eigentlich immer schon solange ich denken kann. Dieses Loslassen am Ende des Tages kostet mich Überwindung. Sich über diese Kante fallen zu lassen. Den Tag gehen lassen und doch zu wissen, dass morgen nichts besser sein wird.

Habe mit zwei neuen Büchern begonnen: Von Edgar Allen Poe lese ich „Die Geschichte des Arthur Gordon Pym aus Nantucket“. Die ersten Kapitel lassen sich gut an. Beinahe wie ein Jugend- oder Abenteuerbuch. Nur die vielen Fußnoten stören und hemmen den Lesefluss. Lese außerdem die kurze Erzählung „Die mittleren Jahre“ von Henry James. Der Stil sagt mir nicht so zu. Lange, verschachtelte Sätze. Aber die Geschichte ist interessant: ein gealterter, schwer kranker Schriftsteller entdeckt beim Promenieren zufällig, dass jemand sein neuestes Buch bei sich trägt. Es kommt zu einem Gespräch der beiden über das Buch, ohne dass sich der Schriftsteller als Autor des Buches zu erkennen gibt. Da hätte man dialogisch viel mehr machen können. Henry James lässt den Leser nicht einmal an dem Moment des Entdeckens teilhaben, was ich sehr sonderbar finde. Aber vielleicht fügt es sich noch ein in den Zusammenhang, wenn ich mit der Erzählung fertig bin.

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