Haltlos

Ich brauche sie im Moment mehr als sie mich. Das fühlt sich schlecht an. Unangenehm. Andersherum wäre mir lieber. Wieder haben wir gestritten. Beide unfähig, den Grund für den Schmerz des anderen nachzuempfinden. Und so winkt ein Abschied. Ich fühle als fiele ich in ein seelenloses All. Und die segensvolle Sehnsucht verwandelt sich in Verlust, der mein ganzes Wesen durchdringt und mich in bittere Trauer tränkt.

Versuche mich zu halten. Mein Leben strukturiert zu leben, und hoffe nicht abzugleiten. Auszuharren bis reichere Tage den Schmerz des Trennenden vergessen machen. Einsamkeit ist eine Medizin, die nur in Hoffnung auf Zukunft genießbar ist. Und selbst in den kargen Zeiten der Seele, weiß ich doch, dass Melodien wieder klingen werden. Und sich die Last des Himmels in friedliche Bergung verwandeln wird.

Habe Wolfgang Herrndorfs „Diesseits des Van-Allen-Gürtels“ beendet. Zwiespältig: zwei Geschichten ganz gut, zwei Geschichten mittelmäßig und zwei Geschichten richtig schlecht. Haltlose, verlorene Charaktere. Entweder rennen sie fixen Ideen hinterher und scheitern, oder aber sie ertränken ihre innere Leere in Alkohol und Partys.

Gestern Abend gesellschaftliches Beisammensein mit Freunden. Wir essen gemeinsam, reden über Literatur, stellen Bücher oder Gedichte vor, die wir gelesen haben und trinken viel Rotwein. So viel zusammenhängende Sätze geredet wie seit langem nicht mehr. Heute wieder Einsamkeit und Rückfall in Depression aus Ermangelung an Ablenkung.

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