Heiterer Gleichmut

Nun ist es also beschlossen: Im Juni werde ich wieder zehn Tage lang durch die Alpen wandern. Bereits am Samstag machte ich eine erste vorsichtige Probewanderung, und es war schön. Es tat gut sich der Körperlichkeit auszusetzen. Nur die Landschaft, die Sonne und ein Ich in heiterem Gleichmut. Weg von den Gedanken. Weg davon alles Wissen in mir strukturieren zu wollen, immer im Bewusstsein des Mangels, der großen Lücke des Nie-Gewussten, des Nie-Erfahrbaren. Weg davon zu leiden, weil sich die Welt meinem ethischem Empfinden nicht anpasst und nie anpassen wird. Es ist wie das Aufspüren von Wirklichkeit nach einer langen Verschüttung.

„Die Seelen der Dinge füllen meiner Seele Gefühle“, schreibt Dallago so schön. Aber eben dies zulassen können, dass die Welt dort draußen das eigene Ich erweitert, das ist die Aufgabe. Denn eigentlich beleidigt mich Außenwelt. Materieballung in Raum-Zeit, geistbeobachtet. Sorgt für Enge, Stillstand, Hemmung im Ich. Ein Ich, ein Außen. Dualität. Nun soll es sich aber weiten, verbinden, verschmelzen…

Je mehr ich ablasse von bewusster intellektueller Erweiterung, desto mehr weitet sich in mir der Raum. Ein Kraft- und Glücksempfinden steigt auf. Welch‘ Geheimnis: golden erstrahlt die Landschaft in mir und führt zu harmonischer Verinnerlichung. Verzauberung des Austauschs. Entfaltete Einfalt. Mitschwingen der Seele mit der Leiblichkeit des Universums.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Philosophisches, Seelisches, Sport abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s