Formgebung

Meine Arbeitsfähigkeit (besser: mentale Belastbarkeit) ist ständigen Schwankungen unterworfen: an einem Tag arbeite ich voller Elan, ja arbeite mich geradezu in eine Art Rausch hinein und alles scheint bewältigbar… und an einem anderen Tag wieder plage ich mich durch die veranschlagten Minuten, begleitet von Kopfschmerz und quälender Unlust… wie ein Bogen bin ich dann gespannt und es quält mich die eine Frage: wann darf ich ablassen? Ist es jetzt berechtigte Pause? Oder ist es doch nur ein Anflug von schnöder Faulheit? Denn besseres, angenehmeres gibt es ja immer zu tun…
Was mich an diesen Schwankungen so stört ist, dass mein Wesen mir nicht mehr als ein zusammengehöriges Ganzes erscheint. Planungssicherheit? Dass ich darauf bauen kann, dass mir morgen noch dasselbe gefällt wie heute… dieses Vertrauen auf eine Basis, von der aus ich Weltbewältigung betreiben könnte, kommt mir mehr und mehr abhanden… Mein Iche purzeln durch das Inventar meines Innenlebens wie die Kugeln in einem Flipper… wo ich doch so angewiesen bin auf Disziplin, zu der ich aufsehe, weil sie mir Weisung gibt in einer Welt der Orientierungslosigkeit… Bändigung des Chaos erscheint mir nur durch Formgebung möglich… Form als Sinnersatz… und wenn die Form zerbricht, dann verliere ich mich…

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