Traumwelten

Hatte seit längerer Zeit mal wieder einen sehr intensiven Klartraum. Klarträume sind Träume bei denen der Träumer weiß, dass er sich in einem Traum befindet. Er weiß, dass sein Körper eigentlich bäuchlings auf der harten Matratze ruht, er weiß, dass er sich eben noch über die Nachrichten im TV wund geärgert hat, er weiß in etwa wie spät es ist und doch befindet er sich in einer virtuellen Welt, er ist umgeben von einer Matrix, er hat ein tiefes räumliches Sehen in fremde aber doch irgendwie vertraute Städte, er spricht mit fremden Menschen und Figuren. Was mich immer besonders fasziniert ist, wenn Traumfiguren etwas reden, wovon ich überhaupt keine Ahnung habe. Früher mal sprach eine Figur beständig Französisch zu mir in einem fort und ich war ganz baff, weil ich in der Realität nie und nimmer so fließend Französisch parlieren könnte. Heute Nacht befand ich mich in einem engen Zimmer. Aus dem Fenster sah ich eine schöne Stadt mit eindrucksvollen Fassaden und Erkern. Ich wollte in die Stadt, aber ich konnte den Raum nicht verlassen. Die Türen waren verschlossen (ein Traummotiv, das andauernd wiederkehrt bei mir). Es dauerte sehr lange und ich wurde schon panisch und wollte unbedingt aufwachen. Doch dann besann ich mich und inspizierte dieses Zimmer und plötzlich sah ich, dass neben dem Bett eine in sich zusammengesunkene Gestalt saß und Verse rezitierte. Ich war sehr beeindruckt, weil es wirklich schöne Gedichte und Stimmungsbilder waren. Ich hörte ihm andächtig zu und dachte daran, dass das vermutlich eine Hirnhälfte von mir sein muss, die gerade sehr produktiv ist und auf eigene Faust arbeitet ohne mein bewusstes ich von seinen Vorgängen und Absichten in Kenntnis zu setzen. Der Traum endete dann wie er häufig endet, nämlich in einer Abfolge von Falschen Erwachen. Man vermeint aufgewacht zu sein bis man merkt, dass doch irgendwas nicht stimmt.
Wenn man klar im Traum ist, dann möchte man andere Figuren treffen, witzige Dialoge führen. In einem Traum war ich in einer Bibliothek und ich fragte den Bibliothekar an der Auskunft nach dem Sinn des Lebens, doch er antwortete nur gelangweilt, dass ich mich doch in der Schlange hinten anstellen möge. Ich wurde daraufhin sauer und polterte herum, dass das verdammt nochmal mein Traum sei und ich das Recht hätte gleich eine Auskunft zu bekommen. Nichts zu machen!
Ein andermal stand ich vor einer Tür, und mir war klar, dahinter müsse die ganze Wahrheit liegen, die Antwort auf die letzten Fragen: ich drücke also vorsichtig die Klinke nach unten und gewahre ein zweite Türe diesmal mit der Klinke auf der anderen Seite, ich drücke wieder die Klinke und eine dritte Türe taucht auf usw. Das sind dann Momente wo man sich von seinem eigenen Unterbewusstsein verarscht fühlt.

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